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Halbleiterbranche steckt "in einer besonderen Situation"

 
 
Der Halbleiter-Hersteller Infineon ist trotz des schwierigen Marktumfelds kein Sanierungsfall. Darauf hat der seit Juni 2008 amtierende Vorstandssprecher Peter Bauer in einem vorab veröffentlichten Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Capital" mit Nachdruck hingewiesen. "Wir hatten Ende März 665 Millionen Euro in der Kasse. Derzeit noch einiges mehr, da wir eine Wandelschuldverschreibung erfolgreich platziert haben“, betonte Bauer. Operativ sei die Lage trotz starkem Umsatzeinbruch unter Kontrolle. Letztes Jahr habe Infineon zudem ein positives operatives Ergebnis erwirtschaftet.

Bauer sieht auch keine Notwendigkeit, noch einmal an die Kostenstrukturen des Unternehmens heranzugehen. "Wir haben durch Stellenabbau und tiefe Einschnitte die Schwelle, ab der wir Gewinn erwirtschaften, auf etwa 850 Millionen Euro Quartalsumsatz abgesenkt. Die Maßnahmen sollten reichen", sagte Bauer. Gute Nachrichten konnte der Infineon-Chef auch vom Mobilfunkgeschäft verkünden: "Wir haben unser Mobilfunkgeschäft nach der Pleite von BenQ in mühevoller Arbeit wieder aufgebaut. Es ist kurz davor, Gewinn zu schreiben."

Die nächste anstehende Herausforderung sei die Refinanzierung von 590 Millionen Euro im Sommer 2010. Bauer sieht darin aber kein Problem, auch wenn die Halbleiterbranche in einer besonderen Situation stecke: "Die Halbleiterbranche finanziert sich meist über den Kapitalmarkt, kaum über Bankschulden. Das ist derzeit aber paradoxerweise Teil unseres Problems." Er hoffe dennoch, "die Refinanzierung nach Möglichkeit im Sommer abschließen" zu können.

Zum Thema Staatshilfe wollte Bauer sich nicht detailliert äußern. "Wir äußern uns zu dem Komplex Staatshilfen nicht." Infineon müsse alle Möglichkeiten ausschöpfen, unter anderem auch am Kapitalmarkt, führte er aus. Bauer betonte, er habe nicht gesagt, dass Infineon eine Kapitalerhöhung plane.
(15.06.2009)
 
 

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