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Boom in der Autoindustrie: Zulieferer kommen nicht hinterher

 
 
Die seit Monaten auf Hochtouren arbeitenden Autofabriken bescheren einigen Zulieferern ein Luxusproblem: Sie können gar nicht so schnell produzieren wie sie verkaufen könnten, nachdem die Branche vom rasanten Tempo der Erholung überrascht wurde. Mit Volkswagen hat sich nun der erste Hersteller eine eintägige Produktionspause verordnet, um den Lieferanten Gelegenheit zu geben, die Lager aufzufüllen. Die aktuellen Schwierigkeiten liegen vor allem auf Seiten der kleineren Zulieferer, die aber darauf hoffen können, dass sich die Lage bald wieder entspannt.

So rechnet der weltgrößte Zulieferer Bosch schon bald mit einer Normalisierung: "Im nächsten viertel bis halben Jahr erwarten wir eine Entspannung", sagte ein Sprecher des Stuttgarter Stiftungskonzerns am Freitag. Diese Einschätzung teilt auch Jan Maser, Branchenexperte von PricewaterhouseCoopers (PwC): Bis Mitte des Jahres wird sich die Lage seiner Meinung nach verbessert haben. Nach überstandener Krise hätten gerade kleine Zulieferer zuletzt schwierige Entscheidungen zu treffen gehabt, beispielsweise wo Kapazitäten aufgebaut werden müssen. Dies dauere seine Zeit.

Nach Einschätzung des Automobilexperten Lars Stolz von der Managementberatung Oliver Wyman wird sich die Situation binnen der nächsten sechs bis zwölf Monate normalisieren, da die Marktentwicklungen dann wieder vorhersehbarer werden dürften. Nachdem die Zulieferer ab Ende 2008 massiv Kapazitäten aus dem Markt genommen haben - kurzfristig bis zu einem Fünftel -, steht die Branche laut Stolz vor dem Problem, diese nun wieder hochfahren zu müssen.

Das unterschiedliche Tempo des Aufschwungs in einzelnen Regionen führe derzeit aber dazu, dass die tatsächlichen Marktbedarfe schwieriger vorherzusagen seien. So habe sich beispielsweise der chinesische Markt deutlich stärker entwickelt als erwartet, die Erholung des US-Markts sei dagegen etwas langsamer von statten gegangen. Da die Kunden im Reich der Mitte andere Wünsche haben als Käufer in anderen Ländern, kann dies laut dem Branchenkenner zu Engpässen in der Versorgung führen. weiterlesen >>
(28.01.2011)

 
 

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