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ifo-Chef für Verbesserung der deutschen Standortqualität

 
 
Deutschland braucht nach Einschätzung des Präsidenten des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, dringend eine Politik, die die Standortqualität verbessert. "Wenn wir die Maschinen, die wir in die Welt liefern, zu Hause aufstellen und die Banken den heimischen Firmen den dafür nötigen Kredit geben, anstatt das Geld an das Ausland zu verleihen, dann schrumpft zwar der Export, doch hat die Maschinenbauindustrie noch genauso viel zu tun wie vorher, und die neuen Arbeitsplätze entstehen in Deutschland statt im Ausland", schreibt Sinn in einem Beitrag für das "Handelsblatt" (HB/Donnerstagausgabe).

Das Land wachse wieder, und die Menschen könnten das Vertrauen in die Zukunft entwickeln, das sie für die Gründung von Familien brauchen. Die Strategie auf diesem Wege könne nur sein, dass die Unternehmen weiter auf Innovation setzen und der Staat den Arbeitsmarkt weiter flottmache. Der Staat müsse aufhören, in die Lohnstrukturen einzugreifen, und wieder zulassen, dass die Löhne durch die Marktkräfte selbst gebildet werden, fordert Sinn in dem Beitrag.

Jetzt müssten die Reformen der Agenda 2010 komplettiert und unter anderem durch eine weitere Stärkung der Lohnzuschüsse zu ihrem logischen Ende geführt werden: einem aktivierenden Sozialstaat, der bei den Bedürftigen das Mitmachen nicht weniger als das Wegbleiben belohnt. Dann würden sich die bislang so sträflich vernachlässigten Binnensektoren weiterentwickeln.

"Wenn niedrige Löhne den Unternehmen, dem Kapital und den Talenten neue Gewinnmöglichkeiten in den arbeitsintensiven Binnensektoren bieten, dann entstehen dort neue Stellen, und die Wirtschaftsstruktur wird wieder besser ausbalanciert." Zwar bedeute dieser Kurs, dass sich die Wertschöpfung im Export nur noch verhalten entwickele. Dafür werde aber umso mehr Wertschöpfung in den Binnensektoren entstehen, und das Wachstum werde per saldo beflügelt.
(17.09.2009)

 
 

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