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Beharren auf alten Geschäftsmodellen gefährdet Existenz von Versicherern

 
 
Nach einem überaus erfolgreichen Jahr 2008 stehen die Versicherer in Deutschland nun vor nie da gewesenen Herausforderungen. Die Verbraucher zeigen sich immer stärker verunsichert. Alleine bei den fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen ist das Neugeschäft seit Anfang des Jahres um bis zu 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Die klassische Kapitallebensversicherung hingegen zeigt sich vergleichsweise stabil im Angesicht der weltweiten Rezession.

Aktueller Gewinner sind die so genannten Variable Annuities. Einer aktuellen Untersuchung des Beratungsunternehmens Booz & Company zufolge ergibt sich hier in den nächsten drei bis fünf Jahren ein Marktpotenzial von bis zu 70 Milliarden Euro. Neben der Etablierung von neuen Produkten, sollten die Versicherer aber auch ihre eigenen Anlagen in den Griff bekommen. Die deutschen Aktienmärkte, an denen die Lebensversicherer einen Teil der Einlagen ihrer Kunden investieren, sind um mehr als 40 Prozent eingebrochen.

Auch wenn viele Versicherer ihre Aktienbestände rechtzeitig reduziert haben, kommt es der am Dienstag vorgelegten Studie zufolge dennoch zu gravierenden Vermögensverlusten. In ersten Reaktionen reduzieren die Versicherer weiter Überschussbeteiligungen, erhöhen ihre Rückversicherungsdeckung und optimieren die Kostenbasis. Dies sei jedoch nur der erste Schritt. "Ohne eine grundlegende Anpassung ihrer Geschäftsmodelle können die Unternehmen sich am Markt nicht mehr langfristig behaupten", erklärte Johannes Bussmann, Geschäftsführer bei Booz & Company.

Eine weitere Herausforderung für die deutschen Versicherer entsteht durch ausländische Wettbewerber, die mit neuen Produkten auf den lukrativen Markt einbrechen. "Diese haben mit innovativen, fondbasierten Garantieprodukten schlicht mehr Erfahrung. Und diese werfen sie nun in die Wagschale, um auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen", so Bussmann.
(29.04.2009)
 
 

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