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Nach drei Anläufen: Schaeffler bremst Fusionsfantasie mit Conti

 
 
Unter dem Strich stand im ersten Halbjahr dennoch ein Verlust von 260 Mio EUR. Dabei drückte vor allem der Verlust aus der Verwässerung des Anteils an Conti von 396 Mio EUR, nachdem der hoch verschuldete Großaktionär nicht an der Kapitalerhöhung Anfang des Jahres teilnahm und somit der direkt gehaltene Anteil von knapp 50% auf 42% gesunken war. Auf der anderen Seite verschönerten die Gewinne von Conti im ersten Halbjahr die Bilanz des Großaktionärs unter dem Strich um 47 Mio EUR, wie Finanzvorstand Klaus Rosenfeld erläuterte.

Auch beim Schuldenabbau kam Schaeffler voran - zumindest im laufenden Geschäft. Bis Ende Juni drückten die Herzogenauracher ihre Verbindlichkeiten bei den Banken auf 5,9 Mrd EUR von ursprünglich 7 Mrd EUR. Das sind jedoch nur die Darlehen, die auf dem operativen Geschäft lasten. In der darüber angesiedelten Schaeffler-Dachgesellschaft tickt eine Zeitbombe: Denn für die hier verbuchten 5 Mrd EUR Schulden zahlt Schaeffler weder Zinsen noch den Kredit ab. Wenn sich die Zinsen über die gesamten sechs Jahre ansammeln, führt der Zinseszinseffekt dazu, dass der Schuldenberg der Holding überproportional wächst. Finanzvorstand Rosenfeld nannte die Finanzierungsstruktur dennoch "tragfähig".

Er bereue das Conti-Abenteuer "überhaupt nicht", sagte Geißinger. "Im Gegenteil, wir sehen mehr und mehr Potential", sagte er mit Blick auf mögliche gemeinsame Projekte bei der Motorsteuerung, Hybridsystemen, Elektrofahrzeugen oder Minenförderanlagen für den Bergbau.
(01.09.2010)

 
 

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