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Siemens rechnet mit geringeren Restrukturierungskosten

 
 
Der Münchner Siemens-Konzern rechnet wegen der anziehenden Geschäfte mit deutlich geringeren Restrukturierungskosten im laufenden Geschäftsjahr. Für die drei Sektoren Industrie, Energie und Medizintechnik seien Kosten von 250 Mio EUR zu erwarten, erklärte Finanzvorstand Joe Kaeser am Donnerstag während einer Telefonkonferenz. Bislang hatte der Konzern hier mit 500 Mio EUR gerechnet, weitere 500 Mio EUR sollen im Geschäft unterhalb der Sektoren hinzukommen. Fast die gesamte Summe unterhalb der Sektoren wird dabei für Ausgliederung und Restrukturierung der verlustreichen IT-Sparte SIS fällig.

"Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Kosten für SIS noch im vierten Quartal gebucht werden können", sagte Kaeser. Dazu muss sich Siemens aber noch mit der Arbeitnehmerseite über die Konditionen für den Abbau von 2.000 Stellen in Deutschland einigen. Die Gespräche dazu seien "schwierig, aber konstruktiv", sagte Kaeser. Ob Siemens die SIS-Restrukturierung ohne betriebsbedingte Kündigungen schaffen wird, wollte er nicht sagen. Kaeser rechnet aber weiterhin mit 500 Mio EUR Restrukturierungsaufwand für die IT-Sparte.

Der Münchner Technologiekonzern profitiert weiterhin von den weltweiten Anreizprogrammen der Regierungen. Bis 2012 will Siemens daraus Aufträge über 15 Mrd EUR erhalten, Aufträge über 4 Mrd EUR seien bereits eingegangen, erklärte Vorstandsvorsitzender Peter Löscher. Löscher sieht eine klare Stabilisierung und Erholung der Weltkonjunktur, von der Siemens profitieren soll. Auch in den USA gebe es Wachstumsimpulse, vor allem in den Bereichen Medizintechnik und Industrie. Allerdings seien die Impulse in den USA geringer als in den Schwellenländern.

Mit der Entwicklung des Diagnostikgeschäfts in der Medizintechnik ist Siemens noch nicht zufrieden. "Wir haben in der Diagnostik Schwächen im Wachstum", sagte Finanzvorstand Kaeser. Ob Siemens den Wert des Diagnostikgeschäfts wird berichtigen müssen, sei heute noch nicht zu sagen. Zuerst müsse das neue Management einen Geschäftsplan ausarbeiten, der die Zukunftsaussichten der Division beleuchtet. Danach könne über eine mögliche Wertberichtigung entschieden werden.
(29.07.2010)

 
 

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