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Chance verpasst: Atomkompromiss verfehlt Wettbewerbsstärkung

 
 
Der Präsident des Bundeskartellamts hat verpasste Chancen zur Stärkung des Wettbewerbs bei der Einigung über die Laufzeitverlängerung kritisiert. "Wir hätten es gern gesehen, wenn der Kompromiss an die Strukturen des Erzeugungsmarktes gegangen wäre", sagte Andreas Mundt am Montag in München. Stattdessen werde der Status quo zementiert, ergänzte er.

Laut Mundt bestimmen damit die "großen Vier", also die Energiekonzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall, weiterhin 80% der deutschen Stromerzeugung. Dort wäre etwa eine Kapazitätsabgabe über Bezugsrechte für kleinere und unabhängigere Versorger denkbar gewesen, sagte der Behördenleiter. Allerdings sei dann wahrscheinlich der monetäre Vorteil für den Bund kleiner geworden, versuchte Mundt das Vorgehen der Bundesregierung zu erklären.

Umso wichtiger sei nun die nachdrückliche Verfolgung der Schaffung einer Markttransparenzstelle, forderte Mundt. Diese solle in enger Anlehnung an die derzeit durchgeführte Sektoruntersuchung im Strommarkt als datensammelnde Koordinationsstelle fungieren, um die Marktmechanismen aktuell nachvollziehbar zu machen.

Die Bundesregierung hatte am Sonntag eine Einigung in der Frage längerer Atomkraftwerkslaufzeiten erzielt. Demnach dürfen die Anlagen im Durchschnitt zwölf Jahre länger am Netz bleiben. Mundt rechnet mit einem dämpfenden Effekt auf die Strompreise. Zum einen sei die Erzeugung in Atomkraftwerken günstiger, zum anderen benötigten die Konzerne weniger Emissionszertifikate.
(07.09.2010)

 
 

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